
Projektreise 2026 – Tag 2 On field
Bianca Weis
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26. Mai 2026

Tag 2: Neun Projekte, viele Begegnungen und ganz viel Dankbarkeit
Heute war das genaue Gegenteil von gestern. Der Tag begann zwar wie gewohnt mit Chapati und Omelett, und auch Saron und Johnsus standen wieder pünktlich bereit, um uns abzuholen – doch diesmal lief einfach alles rund. Neun Projekte konnten wir besuchen, Kleidungsspenden verteilen, im Büro mit unseren Partnern zu Mittag essen und sogar noch ein paar Kleider für zuhause nähen lassen. Ein voller, intensiver und unglaublich schöner Tag.
Unser erster Halt führte uns nach Kibyasi. Hier wurde vor kurzem ein neuer Brunnen fertiggestellt. Schon als wir ankamen, kamen die Menschen aus ihren Gärten angerannt, nur um die „Musungus“ zu sehen. Überall wurde gelacht, gewunken und applaudiert. Die Freude über die neue Wasserquelle ist riesig.
Patrick, Chairman des Water Source Committees, erzählt uns voller Dankbarkeit: „It was not in our dreams but we got very lucky to receive this water source.“
Er und seine Familie mit acht Kindern spüren die Veränderungen jeden Tag. Das Wasser ist jetzt sauber, sicher und viel näher gelegen. Niemand muss mehr Angst haben, dass Kinder in offene Wasserstellen fallen. Auch eine nahegelegene Privatschule nutzt den Brunnen, ebenso wie die Uganda Martyrs während ihres einwöchigen Aufenthalts hier ihr Wasser holten. Wir lassen einige Kleidungsspenden da und fahren weiter.



Die Wege werden steiler, enger und holpriger. Immer wieder werden wir ordentlich durchgeschüttelt, bis wir schließlich Rwenga erreichen – einen drei Jahre alten Brunnen, wunderschön eingebettet in dichtes Grün. Chairman Jared und sein Vice Chairman John beantworten unsere Fragen offen und ehrlich. Johnsus war erst vor kurzem hier und hatte die Reinigung des Brunnens angemahnt. Tatsächlich wurde diese bereits umgesetzt. Trotzdem sprechen wir deutlich an, dass Wartung und Reparaturen in der Verantwortung der Gemeinde liegen und wir mit dem aktuellen Zustand nicht zufrieden sind. Verbesserungen sind notwendig. Auch hier verteilen wir Kleidung und machen uns weiter auf den Weg – über Felsen und schmale Wege bis nach Omugeto.

Dieses Projekt wurde erst zu Weihnachten fertiggestellt. Überall springen Kinder herum und Julius, der Vice Chairman der Gemeinde, berichtet stolz von den Veränderungen. Die alte Wasserstelle zeigen sie uns ebenfalls. Als wir fragen, ob sie das Wasser dort mochten, schütteln alle energisch den Kopf. Seit der Brunnen fertig ist, sei niemand mehr an Typhus oder anderen wasserbedingten Krankheiten erkrankt. Die Gemeinde möchte nun möglichst bald eine Hygieneschulung erhalten und ein Wasserkomitee gründen, um Verantwortung für den Brunnen zu übernehmen.
Sie bedanken sich immer wieder für dieses Geschenk aus Deutschland und versprechen, gut darauf aufzupassen.


Danach geht es weiter nach Kihoro B. Der Flachbrunnen wurde erst vor einer Woche eröffnet. Die Menschen arbeiten gerade noch auf den Feldern und kommen nach und nach zum Brunnen. Rund 200 Haushalte mit über 1.000 Menschen profitieren hier nun von sauberem und sicherem Wasser. Vorher mussten sie sich eine offene Wasserstelle mit Tieren teilen. Die Gegend liegt sehr abgelegen und es gibt keine Schule in der Umgebung – das wünschen sie sich für die Zukunft. Im Moment aber überwiegt die Freude über die neue Wasserquelle.

Nach vier Projekten geht es endlich zum Lunch ins Büro. Mittlerweile ist es fast 14 Uhr und die Mittagspause fühlt sich ein bisschen wie Nachhausekommen an. Unsere Partnerorganisation empfängt uns herzlich und überschwänglich – und es gibt fantastisches lokales Essen: Matoke, Reis, Kartoffeln, Erbsen, Erdnusssoße, Kohlsalat und Wassermelone. Einfach nur: yummy!
Gut gestärkt starten wir in die zweite Runde des Tages.
Erster Halt: die Holy Family School. Bereits 2024 hatten wir dort einen Wassertank realisiert. Nun wurde zusätzlich eine Latrine gebaut. Die 398 Schülerinnen und Schüler freuen sich riesig über unseren Besuch und folgen uns auf Schritt und Tritt. Besonders wichtig ist die neue Latrine für die Mädchen – 234 von ihnen besuchen die Schule. Endlich gibt es jetzt auch einen Changing Room für die besonderen Tage im Monat. Deputy Eunice erzählt uns, wie wichtig der Wassertank gerade jetzt in Zeiten von Ebola ist, da die Schule jederzeit Wasser zum Händewaschen zur Verfügung hat.



Danach geht es weiter nach Kyamalyante A. Julius, ein Bewohner der Gemeinde, der sehr gut Englisch spricht, berichtet von den vielen Veränderungen – obwohl der Brunnen erst seit einem Monat existiert. Gleichzeitig betont er gegenüber seiner Gemeinde, dass das Abkochen des Wassers weiterhin wichtig bleibt. Auch die benachbarte Bwama Infants School nutzt den Brunnen. Die älteren Schülerinnen und Schüler holen dort täglich Wasser in Jerry Cans. Seitdem sei die Krankheitsrate an der Schule drastisch gesunken. Was jetzt noch fehlt, sind Latrinen, um die Hygienesituation weiter zu verbessern.


Nächster Halt: Kyamalyante B. Dieser Brunnen wurde vor drei Monaten fertiggestellt. Rogers und sein Vater Eugin erzählen uns, wie glücklich die rund 200 Menschen auf dieser Seite von Kyamalyante über den Zugang zu sicherem Wasser sind. Früher mussten sie lange Wege zu einer unsicheren Wasserstelle zurücklegen. Heute liegt der Brunnen nur wenige Meter entfernt. Immer wieder versprechen sie uns, dieses Geschenk zu pflegen und dafür zu sorgen, dass die Wasserquelle auch langfristig erhalten bleibt.


Zum Abschluss besuchen wir den ersten Brunnen in Kyamalyante aus dem Jahr 2017 – damals vollständig aus Eigenmitteln von 2aid finanziert. Hier leben rund 600 Menschen, doch die Gemeinde steht aktuell vor einigen Herausforderungen. Das Wasserkomitee ist nicht vollständig besetzt und einige Boda-Boda-Fahrer waschen ihre Motorräder direkt am Brunnen. Dadurch wird das Wasser verunreinigt und das Risiko schwerer Krankheiten steigt deutlich. Johnsus spricht offen mit der Gemeinde, gibt praktische Tipps und erinnert besonders das Wasserkomitee an seine Verantwortung für die Wasserstelle.

Mittlerweile ist es bereits 19 Uhr und der Hunger meldet sich wieder.
Zurück im Hotel warten Omelett und Chips auf uns. Doch Feierabend gibt es noch lange nicht. Fotos und Videos müssen an Spender verschickt, Daten gesichert und Social-Media-Kanäle aktualisiert werden.
Und natürlich schreiben wir auch diesen Blog für euch. Im Dunkeln, weil der Strom ausgefallen ist. Aber der Generator gibt sein Bestes.
Bis morgen!
Bianca, Vanadis & Jill