Projektreise 2026 – Tag 1 On field

25. Mai 2026

Manchmal beginnt ein Tag mit kleinen Zeichen, die Hoffnung machen. Unser Frühstück wurde heute tatsächlich pünktlich um 8 Uhr geliefert – und sogar genau so, wie wir es bestellt hatten: frischer Ciapati und Omelett. Nur die Milch für den Kaffee fehlte noch. Aber ehrlich gesagt: Das war heute unser kleinstes Problem. Denn um 9 Uhr waren wir mit unserem Projektleiter Johnsus und unserem Fahrer Sarong verabredet. Und was sollen wir sagen? Beide standen schon kurz vor 9 vor dem Hotel. Wer unsere bisherigen Uganda-Reisen kennt, weiß: Das allein hat uns schon komplett geflasht. Sogar Emescos Finanzchef Julius kam noch kurz vorbei, um uns zu begrüßen und uns einen guten Start zu wünschen. Voller Vorfreude ging es los zu unserem ersten „On Field“-Tag.

Unser Weg führte uns fast zwei Stunden über holprige Straßen, vorbei an kleinen Dörfern, roten Sandwegen und unzähligen Schlaglöchern bis zu unserem am weitesten entfernten Projekt: Kyankwanzi Village. Dort steht einer unserer Tiefbohrbrunnen. Und genau dieser Brunnen verändert das Leben von über 300 Haushalten – also von mehr als 1.500 Menschen.

Schon bei unserer Ankunft spüren wir sofort die Dankbarkeit der Menschen. Wir werden herzlich empfangen. Johnsus übersetzt unser Gespräch mit Erismas, einem Gemeindemitglied Er erzählt uns, wie sehr sich das Leben seit dem Bau des Brunnens verändert hat. „Früher waren viele Menschen krank“, berichtet er. Typhus, Durchfall und andere wasserbedingte Krankheiten gehörten zum Alltag. Heute sei das anders. Die Menschen hätten endlich Zugang zu sauberem und sicherem Wasser. Dann zeigt er uns die alte Wasserstelle. Und ehrlich gesagt: Uns fehlen kurz die Worte. Das Wasser ist gräulich, offen, verschmutzt – kaum vorstellbar, dass Menschen und Kinder daraus trinken mussten. In solchen Momenten wird uns wieder bewusst, warum diese Arbeit so wichtig ist.

Bevor wir weiterfahren, sprechen wir noch mit der Gemeinde darüber, wie wichtig die Wartung des Brunnens ist. Gemeinsam vereinbaren wir, dass sie sich weiterhin gut darum kümmern, damit der Brunnen noch viele Jahre zuverlässig funktioniert. Wir verabschieden uns, steigen ins Auto und wollen gerade losfahren …

Doch plötzlich springt der Wagen nicht mehr an. Und damit beginnt ein Abenteuer, das wir so schnell wohl nicht vergessen werden.

Innerhalb weniger Minuten versammeln sich mehrere Männer um die Motorhaube. Schnell wird klar: Wir brauchen einen Mechaniker. Dieser wird aus einem anderen Ort geholt. Die Diagnose: Beide Batterien sind leer. Das Problem liegt an einer defekten Lichtmaschinenbrücke – die Batterien werden während der Fahrt nicht mehr geladen.

Also beginnt das Warten.

Die Batterien werden ausgebaut und von verschiedenen Fahrern in umliegende Dörfer gebracht, um sie dort aufzuladen. Doch wie so oft in Uganda gibt es ein weiteres Problem: Strom ist nicht selbstverständlich verfügbar. Mal ist er da, mal nicht.

Die Batterien kommen zurück.

Zu leer.

Also wieder ausbauen. Wieder wegbringen. Wieder warten.

Nach fünf Stunden sitzen wir immer noch mitten im Nirgendwo fest – ohne Essen, ohne funktionierendes Auto und mit langsam schwindender Hoffnung.

Doch dann passiert etwas, das wir hier immer wieder erleben dürfen: Menschen helfen einfach.

Ein Lieferwagen hält an. Der Fahrer bietet spontan seine Batterien an, damit wir unser Auto starten können.

Gesagt, getan.

Die Batterien werden angeschlossen.

Der Motor startet.

Schnell werden die Batterien wieder zurückgebaut und nach insgesamt sechs (!) Stunden unfreiwilligem Aufenthalt mitten in Kyankwanzi machen wir uns endlich auf den Rückweg ins Hotel. Dort wartet zum Glück schon eine riesige Portion Essen auf uns – und selten hat sich eine Mahlzeit so verdient angefühlt. Auch wenn wir heute nur ein einziges Projekt besuchen konnten, sind wir vor allem dankbar, dass uns nichts passiert ist und wir sicher zurückgekommen sind. Und trotzdem bleibt vor allem eines hängen:

Dieser eine Brunnen verändert Leben.

Genau dafür sind wir hier.

Morgen geht es weiter – und wir nehmen euch natürlich wieder mit.

Bleibt dabei und folgt unserer Reise auf Instagram.

Viele Grüße, Bianca, Jill und Vanadis

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