Projektreise 2026 – Tag 5 On field

29. Mai 2026

Tag 5 – Der letzte Tag „on Field“  

Zum letzten Mal auf dieser Projektreise heißt es: früh raus, Taschen packen und ab ins Auto. Die Abholung klappt pünktlich. Danach sammeln wir Johnsus direkt bei ihm zu Hause ein, denn unser erstes Ziel liegt heute ganz in seiner Nähe: Kyakadongo East.

Kyakodongo East

Es ist bereits das dritte Projekt in dieser Gegend, und dieser Brunnen wurde im September 2025 eingeweiht. Was uns dort erwartet, rührt uns tief. Kaum am Brunnen angekommen, beginnen die Menschen zu tanzen, zu singen und zu klatschen. Die Herzlichkeit dieser Begrüßung treibt uns ehrlich gesagt die Tränen in die Augen. Unbedingt die Videos auf Instagram ansehen – Worte reichen dafür eigentlich nicht aus.

Das Wasserkomitee ist fast vollständig erschienen. Chairman Peter, Vice Chairman Pascal, Secretary Erissa sowie die Caretaker Vestina und Corodi kümmern sich mit großem Engagement um den Flachbrunnen. Nur eines müssen sie noch lernen: frühzeitig Gelder für mögliche Reparaturen zu sammeln. Doch ansonsten funktioniert hier alles hervorragend. Das Wasser ist sicher und sauber, Magen-Darm-Erkrankungen gehören inzwischen der Vergangenheit an. Genau dafür machen wir das alles.

Kitoga

Weiter geht es nach Kitoga. Der mittlerweile 14 Jahre alte Flachbrunnen wird offensichtlich vorbildlich gepflegt. Sauberkeit, Ordnung und Verantwortung – besser kann ein Projekt kaum altern. Zufrieden fahren wir weiter nach Kabasekende.

Kabasekende

Auch hier steht der Brunnen bereits seit 14 Jahren. Nach einer Reparatur versorgt er weiterhin zuverlässig die umliegenden Schulen und die Gemeinde mit sicherem Wasser. Es erfüllt uns mit Stolz zu sehen, wie nachhaltig unsere Projekte sind.

Kisonga

Die Mittagssonne brennt inzwischen erbarmungslos auf uns herunter, als wir Kisonga erreichen. Mitten im Maisfeld, wunderschön eingebettet in die Natur, liegt der erst kürzlich eingeweihte Brunnen. Ein fast schon idyllischer Ort. Der Brunnen funktioniert einwandfrei – leider treffen wir niemanden an, da alle Menschen auf ihren Feldern mit der Ernte beschäftigt sind. Also geht es direkt weiter.

Eigentlich wollten wir nun nach Kijwiga. Doch unser Projektleiter vertut sich bei der Anreise – und plötzlich stehen wir stattdessen am Hakituti-Brunnen aus dem Jahr 2020. Manchmal schreibt so eine Reise eben ihre ganz eigenen Geschichten. Die Idee für diesen Brunnen entstand übrigens bereits während der Projektreise von Alex, Bea und Johanna im Jahr 2019. Seit inzwischen sechs Jahren freuen sich die Menschen in Hakituti über sicheres Wasser.

Kijwiga

Bei der erneuten Suche nach dem Kijwiga-Brunnen holt sich Johnsus schließlich professionelle Hilfe: Ein Junge aus dem Dorf führt uns erst mit dem Auto und anschließend zu Fuß quer über Felder und sogar über einen Stacheldrahtzaun bis zur Wasserquelle.

Dort begrüßt uns Chairman Laurenz herzlich. Der Brunnen versorgt rund 35 Haushalte mit sicherem Wasser und musste in sieben Jahren nur einmal repariert werden. Um die Wartung kümmert sich Laurenz ganz selbstverständlich. Der Stacheldrahtzaun schützt die Wasserstelle vor den umliegenden Weidetieren – pragmatisch und effektiv zugleich.

Wir bedanken uns herzlich und fahren zum Lunch ins Emesco Office. Zu unserer Freude ist auch Emesco-Direktor Emely im Büro. Beim gemeinsamen Essen erzählt er uns von seinen neuen Aufgaben als Vorsitzender des Beraterstabs des wiedergewählten Präsidenten Ugandas. Es ist immer wieder beeindruckend, was dieser Mann alles weiß, organisiert und bewegt. Nach einem Gruppenfoto geht es direkt weiter.

Karkisindizi

Nächster Halt: Karkisindizi. Der inzwischen zwölf Jahre alte Brunnen wurde stets gut gepflegt und funktioniert bis heute zuverlässig. Doch die Zeit drängt – wir haben noch weitere Projekte vor uns.

Nyabijoka

In Nyabijoka erwartet uns ein ganz besonderes Projekt. Dieser Brunnen ist ein Weihnachtsgeschenk des Gymnasiums Untergriesbach. Die Schülerinnen und Schüler haben das Geld dafür bei einem Spendenlauf selbst gesammelt – und quasi Schritt für Schritt bis nach Uganda getragen.

Die Gemeinde empfängt uns erneut mit Tanz und Gesang. Besonders die Frauen zeigen eindrucksvoll, welche Energie und Lebensfreude in ihnen steckt. Anschließend berichten die Menschen von den vielen Vorteilen des sicheren Wassers. Ein Problem gibt es allerdings: Die Kinder spielen beim Wasserholen gerne an den umliegenden Bananenpflanzen herum – sehr zum Ärger des Bauern, auf dessen Land der Brunnen steht.

Wir raten zu einem gemeinsamen Gespräch. Schließlich profitieren die Familien selbst am meisten von dieser Wasserquelle. Bei über 100 Haushalten – also rund 600 Menschen – und zusätzlich einer Grundschule ist jetzt schon klar: Langfristig wird ein Brunnen allein hier nicht ausreichen.

Doch zunächst heißt es Abschied nehmen, denn das letzte Projekt dieser Reise wartet bereits.

Kyamugungu

Kyamugungu bildet den krönenden Abschluss dieser intensiven Woche. Und genauso herzlich, wie dieser letzte „on Field“-Tag begonnen hat, endet er auch.

Rund 60 Haushalte und zwei Grundschulen profitieren hier seit Februar 2025 von der sicheren Wasserquelle. Bei unserer Ankunft wirkt der Brunnen zunächst etwas unordentlich, doch sofort beginnen die Menschen mit der Reinigung und versprechen uns, künftig besser auf die Anlage zu achten. Genau diese Eigenverantwortung macht Projekte langfristig erfolgreich.

Etwas wehmütig laufen wir zurück zum Auto. Über uns steht bereits der Vollmond am Himmel, während die Dämmerung langsam einsetzt und uns auf der Heimfahrt begleitet. Im Auto wird es still. Jede und jeder von uns lässt die Eindrücke dieser Woche noch einmal im Kopf Revue passieren.

Am Hotel angekommen, verabschieden wir uns schließlich von unserem Projektleiter Johnsus und unserem Fahrer Salong.

Mwebale Muno – vielen Dank – fürs Mitreisen.

Bis zum nächsten Mal.

Kallee Kallee – Bye bye.

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