
Projektreise 2026 – Tag 3 On field
Bianca Weis
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27. Mai 2026

Tag 3 der Projektreise – Optimismus
Der Tag startet wie eigentlich jeder Tag hier: optimistisch. Und dieser Optimismus zahlt sich heute direkt aus – es gibt Milch zum Tee! Eine Kleinigkeit vielleicht, aber nachdem wir die letzten Tage darauf verzichten mussten, sorgt das morgens schon für gute Stimmung am Frühstückstisch.
Ob wir heute wieder so viele Projekte schaffen wie gestern? Natürlich sind wir optimistisch.
Um 9:30 Uhr startet die Fahrt nach Kyembogo. Der Brunnen hier wurde bereits vor 13 Jahren von uns gebaut – und trotzdem läuft er noch zuverlässig. Schon bei der Ankunft spürt man, wie stolz die Gemeinde auf ihre Wasserstelle ist. Chairman Boniface bedankt sich herzlich für den Brunnen und unseren Besuch. Die Kinder der Gemeinde stimmen sogar ein Lied an, um ihre Dankbarkeit auszudrücken. In den vergangenen 13 Jahren musste der Brunnen mehrfach repariert werden, doch die Gemeinde hatte dafür vorgesorgt. Es wurden regelmäßig Funds gesammelt und man merkt sofort: Ein funktionierendes Wasserkomitee macht den Unterschied. Wir loben die gute Pflege des Brunnens und empfehlen zusätzlich einen Zaun zu errichten, damit die Wasserstelle noch viele weitere Jahre sicheres Wasser liefern kann.



Weiter geht es zum Bweyale Omukizinga Brunnen – ein Projekt, das gerade einmal ein Jahr alt ist. Der Zaun befindet sich aktuell im Bau, ansonsten ist der Brunnen in einem wirklich hervorragenden Zustand. Mary, eine Dorfbewohnerin, tritt hervor und spricht stellvertretend für die Wassernutzer ihren Dank aus. Besonders beeindruckend: Die Gemeinde kocht das Wasser weiterhin ab und füllt es zuhause in saubere Behälter um, um wirklich jedes Risiko auszuschließen. Genau dieses Verhalten merkt man auch an der niedrigen Krankenrate innerhalb der Gemeinschaft. Wir loben die Menschen ausdrücklich für dieses vorbildliche Verhalten und fahren zufrieden weiter.



Nächster Halt: Kigereme Central. Chairman Steve berichtet stolz von einem voll funktionsfähigen Wasserkomitee, das sich bisher um alle Reparaturen gekümmert hat. Auch hier empfehlen wir einen Zaun nach unseren Standards – die Bewohner stimmen uns sofort zu. Dann stößt Gorett dazu, eine ältere Dame aus der Gemeinde, die sich überschwänglich für das sichere Wasser bedankt. Es sind genau diese Begegnungen, die uns immer wieder zeigen, warum wir diese Reisen machen.



Danach wartet ein besonders langer Weg auf uns. In der prallen Mittagssonne geht es hinunter nach Nyabajwa. Der Brunnen wurde erst Ende 2025 eingeweiht und befindet sich in einer sehr kinderreichen Gegend. John Bosco, Chairman des Local Councils, bedankt sich für unseren Besuch, bittet aber gleichzeitig um weitere Unterstützung. Die Gemeinde sei sehr weitläufig und langfristig würden zu viele Menschen diesen einen Brunnen nutzen.

Wir sind heute einfach nicht kleinzukriegen. Schon Brunnen Nummer fünf wartet vor dem Mittagessen auf uns: Kyeguruma. Der Weg dorthin ist lang, staubig und unglaublich heiß. Erst gestern wurde der Brunnen offiziell eingeweiht. Die alte Wasserstelle, die bis dahin genutzt wurde, sieht erschreckend aus – verschmutzt, abgestanden und sie riecht unangenehm. Doch zum schöneren Teil: Die Gemeinde empfängt uns mit einem Klatschchor und viel Freude. William spricht im Namen der Wassernutzer und bedankt sich herzlich für dieses Geschenk. Besonders freut uns, dass die Gemeinde möglichst bald ein Wasserkomitee wählen möchte, um Verantwortung für den Brunnen zu übernehmen. Wir bedanken uns und treten die weite Reise hoch zur Straße wieder an.



Verschwitzt, müde – aber glücklich – geht es gegen 15 Uhr endlich zum Lunch ins Büro. Obwohl es längst Nachmittag ist, wurde mit dem Essen auf uns gewartet. Diese Herzlichkeit berührt uns immer wieder. Gut gestärkt und natürlich weiterhin optimistisch starten wir in den Nachmittag.
Mukumbwa steht auf dem Plan. Der Brunnen wurde erst im September gebaut und versorgt rund 400 Menschen mit sicherem Wasser. Jeffrey bedankt sich stellvertretend für die gesamte Gemeinde. Besonders wichtig sei, dass diese Wasserquelle das ganze Jahr über Wasser liefert. Die verschmutzte Wasserstelle, die zuvor genutzt wurde, existierte lediglich während der Regenzeit. Das Wasserkommittee scheint hier alles gut im Griff zu haben und wir können und beruhigt verabschieden.


Danach wartet Kigazaa auf uns – ein weiterer Brunnen, der bereits stolze 14 Jahre alt ist. Über steile Wege geht es hinunter zur Wasserstelle. Und wieder sind wir beeindruckt von der Langlebigkeit unserer Projekte. Hier gibt es wirklich nichts zu beanstanden.
Optimistisch geht es direkt weiter zum achten Projekt des Tages.
Auch der 13 Jahre alte Brunnen in Kanaga läuft weiterhin zuverlässig. Viele Kinder holen gerade Wasser für ihre Familien und das Bild zeigt einmal mehr, wie wichtig diese Wasserstellen für den Alltag der Menschen sind.
Nach diesem langen Tag geht es schließlich zurück ins Hotel – optimistisch auf warmes Wasser. Wir sollten recht behalten. Zumindest teilweise. Nach der Dusche wartet noch eine kleine Stärkung aus Matoke, Reis, Süßkartoffeln und Bohnen auf uns. Danach beginnen die abendlichen Pflichten einer Projektreise: Videos schneiden, den Blog schreiben, Mails an Spender verschicken, Projektübersichten pflegen – der Abend zieht sich noch einmal ordentlich.
Aber wir machen das alles gerne. Und wir bleiben optimistisch, dass weiterhin ganz viele Menschen unsere Arbeit unterstützen. Denn: Water is Life!
Bis morgen- Bianca, Vanadis & Jill